Kunst
Die surrealistische Art zu malen.
Der Surrealismus gehört zu den populärsten und zweifellos umstrittendsten Kunstbewegungen aller Kunstepochen. Hintergrund dieser Kunstrichtung war die Abschaffung von logischen Konzeptionen aus den künstlerischen Werken. Es ging darum den kontrollierenden Verstand auszuschalten und die Erlebnisfähigkeit zu erhöhen, um die Belebung der Dingwelt darstellen zu können. Dafür wurden Formen verzerrt oder nur teilweise übernommen und in einen fremden, irrationalen Zusammenhang gebracht. Die Surrealisten spielten mit den Grenzen der vermeintlichen Wirklichkeit, indem sie leblose Gegenstände mit Lebewesen verschmelzen ließen. Die Hingebung für solche Arbeiten entstand aus dem Rätselhaften und Unwirklichen, dem Interesse an dem Unterbewusstsein und dem Irrationalen. Unbedachte Eingebungen wurden schnell aufgezeichnet, damit diese, in Rauschzuständen oder Träumen, entstandenen Imaginationen nicht mit bewußten Gedanken durchkreuzt werden (Automatisierung). Aus diesem Grund ließen sich die Surrealisten unter anderem durch die Malereien von Geisteskranken inspirieren.
Die Anfänge der surrealistischen Kunst liegen in der Nachkriegszeit, zu Beginn der 20er Jahre. Vertieft wurden die Gedankengänge, nach dem zweiten Weltkrieg, nach dem die Künstler schwere Zweifel an der bestehenden Gesellschaft und deren Moral entwickelten. Es entstand eine geistige Revolution gegen die bürgerlichen „normalen“ Werten und sie entdeckten in dieser Zeit die Faszination für den Kommunismus und die Theorien des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Diese waren die wichtigsten Inspirationen für die Maler. Die Kraft des irrationalen Unterbewusstseins wurden zur Substanz ihrer Werke. Unterbewusste Gedanken, Phantasien, kindliche Erinnerungen und Wünsche, über die man damals nicht zu sprechen sich wagte und Halluzinationen und Sexualität wurde von den Surrealisten aufgesaugt und malerisch dargestellt. Dinge oder Lebewesen wurden zum Teil photografisch exakt übernommen und neue Techniken wurden entwickelt, wie die Collage, Frottage oder Grattage.
Während jedoch die surrealistischen Literaten kollektive Arbeiten anstrebten, waren die Maler individueller und verließen sich vor allem auf ihre irrationale Eingebungen und Methoden, diese zu Papier zu bringen. Also trotz gleichem Hintergrundgedanken hatten die Maler keinen einheitlichen Stil. Sie setzen ganz unterschiedliche Mittel ein, um ihre Idee vom Surrealismus darzustellen. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, die unterschieden werden können. Maler wie Jean Miro oder Andre Masson nutzten die traumhafte Bildsprache, aus abstrakten und symbolhaften bunten Formen (Abstrakter Surrealismus) dem Wandbild den Ausdruck zu verleihen. Auf der anderen Seite bedienten sich Salvador Dali und Yves Tanguy der Technik nicht zusammengehörige Dinge oder Figuren im perspektivischen Raum naturalistisch darzustellen (Veristischer Surrealismus bzw. Kritisch-Paranoischer Surrealismus).